Nachdem wir (das heißt ich und meine Lebenspartnerin) nun weite Teile des Wochenendes auf der FeenCon in Bonn/Bad Godesberg verbracht haben, mal ein kleiner Bericht.
Leider kamen wir Samstag erst recht spät in Bochum los, da wir noch Besuch zum Frühstück hatten, so dass wir erst gegen 17:30 auf der Convention ankamen. Der Weg von Bahnhof zur Convention ist wirklich gut zu finden, und auch sehr schön grün, da er fast nur durch den angrenzenden Stadtpark führt. Die Lage der FeenCon ist damit, aus unserer Sicht, fahrtechnisch ideal, und in einer sehr angenehmen Umgebung gelegen. Ein oder zwei Schilder am Bahnhof Bad Godesberg wären nicht schlecht, sind aber auch nicht notwendig.
Wir hatten den Eindruck, dass es im Vergleich zum letzten Jahr leer war. Das Wort leer ist vielleicht nicht richtig, eher leerer als wir es in Erinnerung vom letzten Jahr hatten. Ob dies an weniger Besuchern insgesamt lag, oder daran, dass ein Teil der Gäste zum Rheinkultur-Festival abgewandert war, wo kurze Zeit später die Mittelalter-Folk-Rock-Band Schandmaul spielte, können wir nicht sagen. Dieser Eindruck galt aber auch nur für Samstagabend, Sonntag hatten wir das Gefühl, dass wieder genau soviel los war, wie im letzten Jahr.
Die Atmosphäre war wie immer sehr entspannt, und sehr angenehm, es waren reichlich Spielrunden ausgehangen, und die Systemauswahl war auch nicht sonderlich klein.
Bekannte haben wir eine Menge getroffen, am meisten gefreut hat mich jedoch, dass Leute, die bereits bei mir gespielt haben, bedauert haben, dass meine ausgehangene Runde bereits vollbesetzt war.
Die Aussteller und Verkäufer waren reichlich, sowie preislich günstig. Wir haben einige gute Bücherschnäppchen gemacht, Abenteuer zu DSA haben wir leider keine gefunden, die wir nicht auch so über den Handel erwerben können.
Der Aussenbereich war wie üblich sehr gut gemacht, und der Becher Met, den wir getrunken haben, hat uns sehr gemundet, insbesondere in der Atmosphäre des Aussenlagers.
Meine DSA-Runde kam auch zustanden, allerdings etwas anders als geplant. Da die Aushänge leider nicht die Ansprüche an Charaktere und Spieler beinhalteten, kamen gleich 3, welche keine DSA-Charaktere dabei hatten. Kurz um habe ich die Pläne umgeschmissen, und nicht wie geplant “Des Fischer’s Fang”, das Abenteuer welches ich im Laufe der Woche geschrieben habe, gespielt, sondern eine alte Abenteueridee von mir rund um einen Mondregenbogen aufgegriffen und improvisiert. Da dieses gut ankam, werde ich es ausarbeiten, und auf weiteren Cons anbieten. Das andere Abenteuer werde ich nun auf der RatCon geben.
Gespielt haben wir dann bis halb drei Nachts, und uns dann im Schlafsaal schlafen gelegt. Meine Freundin freut sich eigentlich jedes Mal auf die Nacht auf dem harten Boden, weil sie danach am wenigsten Rückenprobleme hat. Ich hingegen sollte nicht wieder vergessen, eine ISO-Matte einzupacken, da ich nicht ganz in meinen Schlafsack hineinpasse, und deswegen teilweise direkt auf dem Boden schlafen musste (oder mir endlich mal einen passenden Schlafsack kaufen). Die Nacht war sehr angenehm und ruhig, und die Sanitärenanlagen am nächsten morgen sehr gut nutzbar (insbesondere im Vergleich zu vielen anderen Conventions).
Gefrühstückt haben wir dann ausserhalb der Con bei einer großen Bäckerei-Kette. Die Bedienung dort war leider erschreckend inkompent, und dass Angebot erschreckend klein. Das Frühstück angebot auf der FeenCon hatte die selbe Größe, und die Brötchen waren wohl sehr lecker, aber wenn man zu Bäcker gegeht, kann man eigentlich mehr erwarten.
Am Sonntag haben sich die Wegen meiner Lebenspartnerin und mir für den weiteren Verlauf getrennt, so dass ich an einer Autorenrunde Elyrion teilnahme, und meine Freundin eine Runde DSA3 spielen ging.
Von Elyrion muss ich sagen, bin ich sehr begeistert. Das System ist sehr einfach, alles 1W20-Proben, der Charakteraufbau bis auf an wenigen Stellen so fort verständlich und die Welt scheint gut durchdacht zu sein. Zu mindest sagte mir die Welt sehr gut zu.
Etwas Verwirrung kam auf, als eine der Charakteren einen anderen Betören wollte, da kein passendes Talent zur Hand war, wir haben sehr amüsiert über mögliche Ersatztalente spekuliert, und ebenso, als unserer Barde Klavier spielen wollte, und es kein Talent fürs Musizieren gab. (Und das Musizieren war in diesem Fall tatsächlich Abenteuer entscheidend).
Als kleiner Wermutstropfen zu Elyrion kam aber, dass wir die vorgefertigeten Charaktere die es bei der Autorenrunde gab nicht behalten durften, die zusätzlichen Kopiekosten dürften Prometheus eigentlich nicht in den Untergang stürzen. Dort besteht meiner Meinung nach dringend Nachbesserungsbedarf.
Fazit zu Elyrion für mich, werde ich mir auf jeden Fall kaufen, und sicherlich auf einer der nächsten Conventions das ein oder andere Abenteuer leiten.
Zum DSA3-Abenteuer kann ich leider nicht vielsagen, nur dass es Spaß gemacht hat. Der Spielleiter bietet dieses Abenteuer und ein weiteres regelmässig auch auf anderen Cons an, und wird auch auf der King Con da sein.
Ich hätte gerne noch am Workshop über das Schreiben von Rezensionen teilgenommen, aber leider war ich da noch am Elyrion spielen, so dass ich diesen leider verpasst habe.
So habe ich mir die Zeit bis meine Freundin mit ihrer Spielrunde fertig war damit verbracht, in unseren Neuerwerbungen zu lesen, und die Sonne zu geniessen.
Meiner großen Leidenschaft Lose zu kaufen konnte ich leider nicht nachgehen, die waren etwa eine Stunde nach unserer Ankunft ausverkauft, so dass ich nicht ein einziges abbekommen habe, aber ich glaube meine Freundin war sehr froh darüber.
Als einzig wirklich schlechtes auf dieser Convention müssen noch die Preise der Verpflegung erwähnt werden. Die waren nicht nur hoch, sondern auch noch teuerer als im letzten Jahr. Eine Falsche Coka Cola, welche im Einkauf nichteinmal 1 EUR kostet für 3,20 EUR zu verkaufen grenzt meiner Meinung nach schon an Wucher, selbst in einer 24h-Tankstelle (als Beispiel sei hier die Aral-Tankstelle direkt vor unser Haustüre genannt, wo die 1 Liter Flasche Cola gestern abend ohne Pfand 1,49 EUR gekostet hat), die hier vielleicht eher als Vergleich herangezogen werden kann, zahlt man nicht einmal 2 EUR dafür.
Die Preise fürs Essen waren aber durch aus marktüblich, hier kann man nicht von Überteuerung reden.
Von geldbörsenschonenden Preisen (bzw. günstigen Preisen, wie die FeenCon-Orga selbst auf der Homepage schreibt) kann also nicht die Rede sein, man sollte hier wirklich überlegen den Caterer zu wechseln.
Als Fazit bleibt, dass die Con sehr schön war, und wir uns aufs nächste Jahr freuen, da aber wesentlich eher da sein sollten, nicht erst wieder gegen Abend. Desweiteren würden wir uns freuen, wenn im nächsten Jahr die Texte, welche bei den vorangemeldeten Abenteuern angegeben werden, mit auf die Aushänge gedruckt werden.