Gestern morgen lag der neue Aventurische Bote im Briefkasten, und ich hatte auf der Reise zur Arbeit und zurück ausreichend Zeit ihn zu lesen,
Also mich hat der farbige Teil sehr enttäuscht, der Ingame-Teil war größten Teils gut.
Dabei war der erste Eindruck durchgängig positiv, das Papier war eindeutig besser, und der Adressaufkleber überlegter platziert.
Aber schon das Titelbild war eine Enttäuschung. Ein qualitativ niederiger Druck, mit Überschriften zum Inhalt, die deplatziert wirkten.
Der Ingame-Teil, wie immer in schwarz-weiß gehalten, wußte zu überzeugen. Der Albernia-Artikel war gut geschrieben. Die beschriebene Unterwerfungsszene Invhers vor Rohja mit anschließender Sendung ins Kloster wirkt vom Flair her sehr schön. Auch der Artikel über den Gerichtstag von Helme Haffax vermittelte sehr gut ein passendes Flair. Ebenson war der Artikel zu Archon Megalon sehr nett zu lesen, auch wenn es letztlich nur ein Teaser zu späteren Produkten rund um DSA war. Nett war er trotzdem. Die kleineren Artikel lagen irgendwo zwischen interessant bis langweilig. Wiederrum waren hier mehrere Teaser zu verschiedenen Produkten enthalten.
Kommen wir zum farbigen Teil.
Postiv fand ich den Artikel über die Hintergründe zum Albernia-Krieg, sowie die Vorschau auf die kommende Spielhilfe. Hier wurde offen und Klartext geredet, ohne irgendetwas zu verstecken.
2 Kurzgeschichten und 2 Kurzszenarien sind meiner Meinung nach zu viel. Sicherlich gibt es Fans von solchen Dingen, aber genauso wenig gibt es Leser, die sich so gar nicht dafür interessieren. Diese wollen eher akutelle Berichterstattung, sowie Spielhilfen. Da war der letzte Bote mit seinem Bericht zur Phexkrichen wesentlich besser.
Der Artikel zu Demonicon ist aus meiner Sicht her auch nur Schleichwerbung, und keine Berichterstattung. Im Gegensatz zum Bericht über die verlagseigenen Produkte (Freelancer, John Sinclair, Patrizier und Diebesbanden), halte ich hier eine Kennzeichnung als Werbung für angebracht, da es sich um das Produkt einer Fremdfirma handelt. Alternativ wäre eine kritische Berichterstattung möglich.
Der Werkstattbericht zu John Sinclair ist ganz nett und die Notwedigkeit sehe ich auch.Aber er ist eine Seite zu lang geworden. Ist DSA schon ein Nischenprodukt, so ist John Sinclair ein Nischenprodukt in einem Nischenmarkt. Dafür soviel Platz zu verwenden, besonders, da die Leserschaft des Boten eher Fanatsy-Spieler sein dürften, ist Verschwendung von Lesergelder. Hier hätte man eine Seite für Spielhilfen oder ähnliches verwenden können.
Den Bericht über Freelancer empfinde ich als dreiste Frechheit. Den Autor eines Werkes über sein Werk schreiben zu lassen, ohne es klar als Kommentar oder Werbung zu kennzeichnen, hat in einem Magazin, für welches man Geld bezahlt, nichts zu suchen. Werbemagazine mit solchen Berichten bekommt man eigentlich kostenlos ins Haus. Hier sollte man dringend nachbessern. Ich verstehe, dass man im verlagseigenen Blatt nur schwer über eigene Produkte neutral schreiben kann. Das ist das letzte Mal bei Pathfinder trotzdem deutlich besser geglückt.
Insgesamt stellt man fest, dass man für die Mehrkosten von 1 EUR (auch wenn Sie uns erst in einigen Monaten treffen werden) vor allem eines mehr bekommt, und das ist Werbung für eigene (oder sogar fremde) Produkte. Bislang habe ich noch kein Problem mit den Mehrkosten, sollte aber dieser massive Anteil an reiner Produktwerbung anhalten (und die Teaser lasse ich hierbei bewußt aussen vor), muss man sich Gedanken darüber machen, den Boten weiter zu abonnieren. Den die 6 Seiten, die der “neue” Bote mehr hat, sind nunmal leider nur Werbung.
So, zu letzt noch Glückwunsch an alle die beim Wettbewerb “Aventurische Gesichter” gewonnen haben

