Wie ich ja schon vorher schrieb, sehe ich die Aufgabe der Blogsphäre nicht so sehr in der Kritik von Rollenspielen, sondern mehr in ihrer Weiterentwicklung. Da ich selbst viel DSA spiele, und mich vieles an der Welt stört, werde ich mal eine Reihe von Artikeln schreiben, wo ich mich mit Vorschlägen zur Veränderung der Welt (nicht der Regeln) befassen werde.
Als erstes nehme ich mir, als Magierspieler, die Welt der Magiergilden vor.
Insgesamt stört mich die Einteilung der aventurischen Magier in 3 Gilden doch sehr. Ich kann zwar die Idee der Einteilung in 3 große Gilden als Setzung in den ersten Jahren nachvollziehen, doch mit der inzwischen ausgeprägten Entwicklung individueller Staaten und Bündnisse halte ich sie für überholt. Hier also mein Vorschlag für eine neu Einteilung.
(Leider bislang noch am Spieltisch ungetestet, da bei uns in der Kampagne die Gilden eher eine untergeordnete Rolle spielen)
Es wird mehr als nur 3 Gilden geben, aber jede Gilde ist begrenzt sich auf ein Reich oder eine Stadt, und hat ihre eher eigene Regeln. Diese Aventurien übergreifenden Vereinigungen in einem solch strategisch, politisch wichtigen Bereich halte ich nicht für so gelungen. Einige Staaten haben in dem Sinne nicht einmal eine Gilde.
Fangen wir traditionell im Mittelreich an. Hier gibt es weiterhin, im großen und ganzen unverändert die 3 tradiationellen Gilden. Die Weiße Gilde ist aber streng in der Hand des Kaiserhauses. Mitglieder des Adels sind fast ausschließlich Mitglieder in der Weißen Gilde. Die Schwarze Gilde besteht aber, mangels einer eigenen Akademie, vor allem aus Schülern niedergelassener Lehrmeister. Der Codex Albyricus ist weiterhin voll gültig, mit der Ausnahme, dass es adligen Magiern der Weißen Gildes erlaubt ist, ein Langschwert zu führen. Ausserdem wird der Codex von Region zu Region unterschiedlich beachtet. Einzelne wenige Akademien haben Abkommen mit Akademien oder Gilden in anderen Reichen geschlossen. So unterhält z. B. Punin Verträge mit Khunchom, der Gilde im Horasreich, der Akademie der Hellsicht zur Thorwal, sowie mit Gerasim. Ausländische Magier müssen bei einer Akademie vorstellig werden, und sich eine temporäre Lizenz besorgen, so sie gegen Geld ihre Dienste anbieten wollen, dazu kommen oft gesonderte Lizenzen in den einzelen Städten.
Thorwal hat gar keine Gilden. Grundsätzlich sind alle Magiewirker gleichberechtigt. Die Magier Thorwals (inkl. anderer Zauberwirker) haben allerdings ihr eigenes Hjalding, auf welchem sie ihren Sprecher wählen (seit einigen Jahren Haldrunir Windweiser aus Olport). Desweiteren wird ein Ansprechpartner für ausländische Akademien und Gilden gewählt. Die Akademie zu Thorwal unterhält Abkommen mit den Akademien in Brabak, Punin, Khunchom, und Sinoda, seit dem Ende des Krieges mit dem Horasreich besteht ein Abkommen mit der Gilde des Horasreiches. Bedingt durch die Hesindedispute hat man aber auch so guten Kontakt zu vielen Freidenkern. Der Codex Albyricus hat keinerlei Gültigkeit. Es gibt keine Bekleidungsvorschriften, Waffen dürfen wie von allen Thorwalern getragen werden, rechtliche haben Magiekundige keine Sonderstellung.
Das Bornland kennt ebenfalls keine Gilden, auch die Zusammenarbeit zwischen den Akademien ist eher mässig. Der Codex Albyricus wird sehr streng ausgelegt, und auf gute Erkennbarkeit von Magiern wird sehr viel Wert gelegt. Anstelle von Gilden wird nun immer die nächstliegende Akademie gesetzt. Die Akademien unterhalten aber gute Verbindungen in andere Reiche und auch untereinander. Ein Magiekundiger kann nur in Anwesenheit verurteilt werden, und ein höherraniges Gildenmitglied hat das Recht als Beistand aufzutreten. Gilden können auch versuchen den Betreffenden zur eigenen Verurteilung loszukaufen.
Die Tulamidenlande (inkl. Kalitfat) selbst haben eine Vielzahl von kleinen Gilden, effektiv hat jede Stadt mit einer Akademie eine Gilde. Dort kann man als fremder Magiekundiger gegen einen stattliche Summe eine Lizenz zum Anbieten seiner Kräfte erwerben. Jede Gilde achtet streng auf ihre Privilegien, und untereinander herrscht ein Wirrwar von Verträgen und Abkommen. Effektiv läuft es daraufhinaus, dass man als Magiewirkender die richtigen Leute kennt, und die passenden Summen zahlt. Ohne Bestechung läuft wenig. Khunchom und Fasar unterhält dabei noch eine Vielzahl an Verbindungen nach ausserhalb. Aranien und das Kalifat nehmen in sofern eine Sonderstellung ein, dass es dort jeweils eine Gilde für das ganze Staatsgebiet gibt. Desweiteren erhalten nicht rashdullagläubige Magiewirker innerhalb des Kalifates keine Lizenzen (wobei es vereinzelt Ausnahmen durch Abkommen mit Akademien gibt). Der Codex Albyricus gilt in Khunchom (wobei Elementarbeschwörung vollständig erlaubt ist), ansonsten gibt es lokale Gesetzte. Magier sind aber allgemein anerkannt, meist bewundert. Es gelten selten Bekleidungsvorschriften, und wenige Waffenvorschriften, aber die meisten Magier neigen dazu, sich klar zu erkennen zu geben.
Die Südlichen Stadtstaaten bieten ein ähnliches Bild wie die Tulamiden Lande. Jedes Reich hat seine eigene Gilde mit komplizierten Lizenzbestimmungen. Was aber fehlt, sind Abkommen mit den benachbarten Akademien (Mirham und Al’Anfa bilden eine Ausnahme). Barbak und Al’Anfa pflegen vielfältige Verbindungen (Khunchom, Fasar, Lowangen, Thorwal). De fakto kann jeder Magiewirker in diesen Städten seine Magie ausüben, solange er entsprechend dafür Abgaben abführt (die für Fremde extrem hoch sind) Eine Ausnahme bilden die Kolonien, dort gelten jeweils die Vorschriften der Mutterländer. Der Codex Albyricus gilt nicht, sondern die lokalen Gesetze.
In Weiß-Maraskan gibt es (noch?) keine Gilde, allerdings haben es nicht Maraskaner schwer. Dank guter Verbindungen nach Thorwal, Khunchom, Festum und Pericum hat man allerdings guten Zugriff auf bekanntes Wissen. Der Codex Albyricus gilt, abgesehen von den meisten Bekleidungsvorschriften (was aber eher praktische Gründe hat). Dämonenbeschwörung wird grundsätzlich mit dem Tote bestraft (sehr wenige Dispenze)
Das Horasreich hat eine einzige große Gilde, die “Horatische Gemeinschaft der hesindianischen Künste und des nandusgefälligen Wissens”. Hier ist man nach eine Ausbildung an einer Gilde automatisch Mitglied, auch der Abschluss bei einem niedergelassenen Magier reicht im Allgemeinen aus, solange dieser auch Mitglied ist. Gildenmitglied kann aber fast jeder Magiewirkender werden. Dazu bedarf es neben einem guten Leumund, mehrerer Fürsprecher in der Gilde, das Bürgerrecht in einer Stadt oder ein horatischer Adelstitel, sowie meist einer größeren Summe Gold. Fremde Zauberer ohne Gildenmitgliedschaft müssen für jeden Stadt einzeln eine Lizenz erwerben, so sie gewerbstätig arbeiten wollen, auch viele Landherren ausserhalb geschlossener Städte verlangen dies. Der Codex ist modernisiert worden (so sind viele Waffenvorschriften gefallen, und die Bekleidungsregeln defakto abgeschafft worden), und ergänzt worden (so muss das Gildenwappen sichtbar mitgeführt werden, sei es auf der Kleidung, auf dem Wappenrock von Begleitern oder ähnlichem). Magiebegabte sind nicht mehr von der Erbfolge ausgeschlossen (auch wenn sie regelmässig gedrängt werden, freiwillig zu verzichten). Desweiteren hat jedes Gildemitglied das Recht nur in Anwesenheit verurteilt zu werden, und die Gilde darf und muss einen Rechtsbeistand stellen.
Nostria und Andergast haben beide eine eigene Gilde, welche massiv patriotisch ausgerichtet sind, und nur wenig Kontakt ins Ausland pflegen. Ein bischen mit Lowangen und Thorwal. Der Codex Albyricus gilt in einer sehr alten Fassung in beiden Ländern.
Die übrigen freien Akademien pflegen meist ein eher kleines Kontaktnetz und werden durch Studiengebühren und die Städte in denen sie liegen finanziert. Ihre Gilden sind im allgemeinen auf ihre Städte beschränkt. Riva bildet in sofern eine Ausnahme, da Stoerrebrand weite Freiheiten in den Tulamidenlanden, dem Bornland, dem Mittelreich und dem Horasreich ausgehandelt hat (auch wenn man sich überall an die örtlichen Gesetzte, insbesondere die gültige Fassung des Codex, halten muss)
Anbei eine Liste der Akademie inkl. ihrer Verbindungen mit klaren Verträgen in andere Staaten. Klare Verträge beinhalten Wissensaustausch, Bibliothekszugang, Dozentenaustausch sowie Unterstützung beim Umgang mit den lokalen Behörden.
| Akademie | Standort | Region | Verbindung zu (ausserhalb des eigenen Staates) |
| Akademie der Erscheinungen | Grangor | Horasreich | Elenvina, Thorwal (Land), Zorgan |
| Akademie der Geistigen Kraft | Fasar | Mhanadistan | Al’Anfa, Lowangen (Beherrschung), Kuslik, Neersand, Barbak |
| Akademie der Geistreisen | Belhanka | Horasreich | Thorwal (Land), Zorgan |
| Akademie der Herrschaft | Elenvina | Mittelreich | Grangor |
| Akademie der Hohen Magie | Punin | Mittelreich | Thorwal, Kuslik (Institut), Khunchim, Bethana, Drakonia, Kreis der Einfühlung, Gerasim, Lowangen (beide) |
| Akademie der Magischen Rüstung | Gareth | Mittelreich | n/a |
| Akademie der Verformungen | Lowangen | Svellttal | Norburg, Andergast, Nostria, Neersand, Riva, Donnerbach |
| Akademie des Magischen Wissens | Methumis | Horasreich | Thorwal (Land) |
| Akademie Schwert und Stab | Gareth | Mittelreich | n/a |
| Akademie von Licht und Dunkelheit | Königreich Nostria | Nostria | Lowangen, Thorwal |
| Anatomische Akademie | Vinsalt | Horasreich | Thorwal, Norburg |
| Bannakademie Fasar | Fasar | Mhanadistan | n/a |
| Drachenei-Akademie | Khunchom | Großfürstentum Khunchom | Thorwal, Festum, Sinoda, Kuslik (Institut), Al’Anfa, Rashdul |
| Dunkle Halle der Geister | Brabak | Königreich Brabak | Fasar, Thorwal |
| Halle der Antimagie | Kuslik | Horasreich | Fasar |
| Halle der Macht | Lowangen | Svellttal | Fasar |
| Halle der Metamorphosen | Kuslik | Horasreich | Thorwal (Land) |
| Halle des Lebens | Norburg | Bornland | Vinsalt, Khunchom, Sinoda, Donnerbach |
| Halle des Quecksilbers | Festum | Bornland | Sinoda, Khunchom |
| Halle des Vollendeten Kampfes | Bethana | Horasreich | Thorwal (Land) |
| Halle des Windes | Olport | Thorwal | Gilde des Horasreiches (widerwillig) |
| Informations-Institut | Rommilys | Mittelreich | Riva (inoffizell) |
| Institut der Arkanen Analysen | Kuslik | Horasreich | Punin, Khunchom, Thorwal (Land) |
| Kampfseminar Andergast | Andergast | Königreich Andergast | Lowangen, Riva |
| Konzil der Elemente | Drakonia | Raschtulswall | Punin, Khunchom |
| Kreis der Einfühlung | Salamandersteine | Salamandersteine | Punin |
| Pentagramm-Akademie | Rashdul | Kalifat | Khunchom |
| Schule der Austreibung | Perricum | Mittelreich | Sinoda |
| Schule der Beherrschung | Neersand | Bornland | Lowangen, Fasar |
| Schule der Hellsicht | Thorwal | Thorwal | Punin, Khunchom, Gilde des Horasreiches |
| Schule der variablen Form | Mirham | Alanfanisches Imperium | n/a |
| Schule der Vierfachen Verwandlung | Sinoda | Shikanydad von Sinoda | Khunchom, Perricum, Festum, Norburg |
| Schule des direkten Weges | Gerasim | Nordlande | Punin |
| Schule des Seienden Scheins | Zorgan | Aranien | Belhanka, Grangor |
| Seminar der elfischen Verständigung und natürlichen Heilung | Donnerbach | Nordlande | Norburg, Lowangen |
| Stoerrebrandt-Kolleg | Riva | Nordlande | Rommilys (inoffizell) |
| Zauberschule des Kalifen | Mherwed | Kalifat | n/a |

